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Einkommen

Nicht wenige Hilfebedürftige verdienen durch Nebenjobs Geld zur staatlichen Unterstützung hinzu.
Das ist auch ausdrücklich gewünscht. Mit einem Mini-, Midi- oder Teilzeitjob sind Sie als Bezieher von Leistungen nach dem SGB II in der Lage, einen Teil Ihres Lebensunterhaltes selbst zu verdienen.
Selbstverständlich mindert erzieltes Einkommen den Anteil der Arbeitslosengeld II- Leistungen. Damit aber derjenige, der arbeitet, mehr Geld in der Tasche behält als derjenige, der nicht arbeitet, gibt es Freibeträge.

Zum Einkommen zählt jede Einnahme in Form von Geld oder Sachleistungen, die Sie oder ein Mitglied Ihrer Bedarfsgemeinschaft erzielen.

 

1. Einkommen, das zu berücksichtigen ist

Zum Einkommen gehören beispielsweise

  • Einnahmen aus einer nicht selbstständigen oder selbstständigen Erwerbstätigkeit
  • Entgeltersatzleistungen wie Arbeitslosengeld oder Krankengeld
  • Kapital- und Zinserträge
  • Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung, Land und Forstwirtschaft
  • Unterhaltsleistungen
  • Kindergeld
  • Renten
  • Einnahmen aus Aktienbesitz
  • Steuererstattungen

2. Vom Einkommen abzuziehende Beträge und Freibeträge

Vom Einkommen sind abzuziehen:

1)Die darauf entfallenden Steuern
wie zum Beispiel:

  • Lohn-/Einkommensteuer
  • Solidaritätszuschlag
  • Kirchensteuer
  • Gewerbesteuer
  • Kapitalertragssteuer

2) Die Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung
Das sind die Beiträge zur

  • Krankenversicherung
  • Pflegeversicherung

sowie die von versicherungspflichtigen Selbstständigen im Rahmen der Sozialversicherung gezahlten Pflichtbeiträge für die

  • Altershilfe für Landwirte
  • Handwerkerversicherung
  • Unfallversicherung
  • die Pflichtbeiträge zur Pflegeversicherung von freiwillig Krankenversicherten

Seit 01.01.2011 sind die Zeiten des Bezugs von Arbeitslosengeld II keine Pflichtbeitragszeiten in der gesetzlichen Rentenversicherung mehr. Künfig wird die Zeit unter bestimmten Voraussetzungen als Anrechnungszeit berücksichtigt.

3) Der notwendige Aufwand zum Erwerb, zur Sicherung und zur Erhaltung der Einnahmen (Werbungskosten)
Beispiele:

  • Kosten für doppelte Haushaltsführung
  • Beiträge zu Berufsverbänden und Gewerkschaften
  • Aufwand für Arbeitsmaterial und Berufskleidung
  • Fahrkosten

Der Träger zieht auch hier — bevor er Einkommen aus nichtselbstständiger Erwerbstätigkeit berücksichtigt — Pauschbeträge ab:
die Kosten, die bei Nutzung eines öffentlichen Verkehrsmittels anfallen bzw.bei Benutzung eine Kraftfahrzeugs 0,20 Euro für jeden Straßenkilometer Entfernung der kürzesten Wegstrecke, sofern dies gegenüber der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel nicht unangemessen hoch ist.

Wenn Sie Ausgaben nachweisen, die insgesamt höher sind als die Summe aus beiden Pauschalen, können diese höheren Ausgaben berücksichtigt werden.
Üben Sie eine selbstständige Erwerbstätigkeit aus, müssen Sie den Gewinn aus Ihrer Tätigkeit nachweisen (z.B. Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung).

4) Freibeträge bei Erwerbstätigkeit
Vom monatlichen Einkommen wird ein Pauschalbetrag in Höhe von 100 Euro abgezogen.
Sind die Aufwendungen höher, können die höheren Beträge abgesetzt werden, sofern das Einkommen 400 Euro monatlich übersteigt.

Darüber hinaus wird ein weiterer Teil nicht angerechnet:
Vom Bruttoeinkommen zwischen 100,01 bis 1000 Euro sind 20 Prozent frei,
vom Bruttoeinkommen zwischen 1000,01 und 1200 Euro sind nochmals 10 Prozent frei.
Wenn Sie ein minderjähriges Kind haben oder mit einem minderjährigen Kind in Bedarfsgemeinschaft leben, erhöht sich der Betrag von 1200 auf 1500 Euro.

Beispiele:
A) Sie haben 1500 € Brutto-Einkommen. Angenommen, nach Abzug von Steuern
und Sozialversicherungsbeiträgen würden 1.200 € verbleiben:

Davon bleiben frei: 100,00 €
Von 100,01 bis 1000 € bleiben zusätzlich 20 % frei = 180,00 €

Von 1000,01 bis 1200 € bleiben nochmals 10 % frei  = 20,00 €

Egebnis: Der Freibtrag für Erwerbstätigkeit beträgt 300,00 €. Dieser Betrag wird Ihnen nicht als Einkommen angerechnet.

Bei höherem Nettoeinkommen (bis 1500 €) und einem minderjährigen Kind kämen maximal nochmals 30 € Freibetrag hinzu.


B) Üben Sie eine geringfügige Beschäftigung aus (bis 400 €), dann zahlen Sie in der Regel keine Steuern und keine Sozialversicherungsbeiträge. Vom Einkommen können dann abgezogen werden:

Die Pauschale von 100,00 €. Dazu 20 % von den verbleibenden 300 € = 60,00 €

Ergebnis: Der Freibetrag für Erwerbstätigkeit beträg: 160,00 €. Dieser Betrag wird Ihnen nicht als Einkommen angerechnet.


 

3. Einkommen, das nicht zu berücksichtigen ist

Bestimmte Einnahmen gelten nicht als Einkommen (privilegiertes Einkommen).
Beispiele:

  • Grundrenten nach dem Bundesversorgungsgesetz
  • Blindengeld
  • Pflegegeld für das erste und zweite Pflegekind
  • Pflegegeld für den erzieherischen Einsatz für das dritte Pflegekind zu 25%
  • Einnahmen von Schüler und Schülerinnen allgemein- oder berufsbildender Schulen, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, aus Erwerbstätigkeiten, die in den Schulferien für höchstens 4 Wochen je Kalenderjahr ausgeübt werden, soweit diese einen Betrag in Höhe von 1.200,00 Euro kalenderjährlich nicht überschreiten (nicht für Schüler und Schülerinnen mit Ausbildungsvergütung).