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Ärgernis des Monats

Armutsstatistik macht es sich zu einfach!

Sicherlich ist jeder arme Mensch einer zu viel, doch die offizielle Armutsstatistik erweckt den Eindruck, als ob noch nie soviel Menschen in der Bundesrepublik Deutschland im Elend gelebt hätten (12, 5 Mio. im Jahr 2013). Gleichzeitig verändert sich die Zahl der Armen in den europäischen Krisenländern - gemäß der Statistik -  kaum.

Da kann was nicht stimmen und es stimmt einiges nicht. Die Grenze zur Armut wird als Median des mittleren Einkommens (60%)  angegeben. Steigt der Median, so fallen darunter auch mehr statistisch arme Menschen. Der Median kann aber nur steigen, wenn ein Großteil mehr verdient. Sinkt das Einkommen der Menschen - wie in den Krisenländern - so gibt es nach der Statistik weniger oder annähernd gleichviel Arme.

Da das mittlere Einkommen in der Bundesrepublik deutlich gestiegen ist, gibt es statistisch gesehen mehr arme Menschen.

Das Rheinisch-Westfälische Institut der Wirtschaftsförderung hat dafür im Februar 2015 den Preis zur Unstatistik des Monats verliehen. (DIE ZEIT vom 26.02.15).