Das Ziel des Jobcenters Landkreis Böblingen ist es, junge Menschen unter 25 Jahren, die Arbeitslosengeld II beziehen, in Ausbildung und Arbeit zu bringen, um ihre berufliche, soziale und gesellschaftliche Integration zu gewährleisten. Da das Sozialgesetzbuch Zweites Buch (SGB II) für die unter 25-Jährigen Hilfeempfänger besondere Hilfeangebote und eine besondere Betreuung vorsieht, gibt es spezialisierte Fallmanager.

Das Jobcenter Landkreis Böblingen arbeitet auf eine berufliche Integration aller Jugendlichen und jungen Erwachsenen hin, das heißt:

Die Verringerung der Zahl Jugendlicher, die eine allgemeinbildende Schule ohne Schulabschluss oder eine konkrete berufliche Orientierung verlassen,

  • die Erhöhung der Zahl junger Erwachsener im Alter bis 25 Jahren, die einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz haben,
  • die Verringerung der Zahl der jungen Arbeitslosengeld II-Bezieher,
  • die Verkürzung der Verweildauer der Gruppe junger Erwachsener im Alter bis 25 Jahren im Bezug von Arbeitslosengeld II,
  • die Verringerung der Zahl junger Erwachsener, die nicht von den bisherigen Unterstützungssystemen aufgefangen werden
  • die Verringerung von Maßnahmeabbrüchen durch eine bedarfsgerechte und ganzheitliche Unterstützung.

Um dieses Ziel zu erreichen arbeitet das Jobcenter Landkreis Böblingen eng mit der Berufsberatung der Agentur für Arbeit zusammen.

Sie wissen noch nicht welchen Beruf  Sie nach der Schule wählen möchten oder benötigen weitere Informationen zur Lehrstellensuche? Dann informieren Sie sich hier.

Gesetzliche Grundlagen

In der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) hat der Gesetzgeber besonders auf junge Menschen ein  Augenmerk gelegt.

Der grundsätzliche Anspruch auf Arbeitslosengeld II ist in den §§ 7 ff  SGB II geregelt. Es gibt jedoch spezielle gesetzliche Regelungen für unter 25-jährige:

  1. Fördern und Fordern = Geben und Nehmen

Auch für die unter 25-jährigen gilt das Prinzip des Förderns und Forderns. Wenn man arbeitslos ist, bekommt man vom Regionalen Jobcenter eine finanzielle Förderung in Form von Arbeitslosengeld II. Das umfasst Regelleistungen, die Miete und Nebenkosten. Je nach Notwendigkeit kann man Unterstützung wie Kinderbetreuung, Sucht- oder Schuldnerberatung in Anspruch nehmen.

Um vom Staat gefördert zu werden, also Unterstützung in Form von Geld zu bekommen, wird dafür auch einiges gefordert. Es wird erwartet, dass aktiv und in Eigeninitiative versucht wird, eine Arbeit bzw. einen Ausbildungsplatz zu finden. Es wird sogar eine Art Vertrag abgeschlossen, in dem unter anderem festgehalten wird:

  • welche Bemühungen man aufbringen muss
  • wie häufig man sich bemühen muss (z.B. wie viele Bewerbungen in einem Monat geschrieben werden müssen)
  • welche Nachweise darüber erforderlich sind
  • welche Maßnahmen angetreten werden müssen

Dieser schriftliche Vertrag wird auch Eingliederungsvereinbarung genannt und soll bei den unter 25-jährigen schon innerhalb von drei Wochen nach der Antragstellung abgeschlossen werden, so dass möglichst schnell die Vermittlung in Arbeit bzw. Ausbildung begonnen werden kann. Näheres zur Eingliederungsvereinbarung finden Sie hier.

Außerdem besteht die Verpflichtung zur Aufnahme jeder zumutbaren Arbeit, Arbeitsgelegenheit oder in der Eingliederungsvereinbarung vereinbarten Maßnahme. Werden diese Pflichten nicht eingehalten, werden die Leistungen gekürzt, d.h. es gibt weniger Geld.

  1. Wann wird das Geld gekürzt?

Besonders strenge Regelungen gelten für Personen zwischen dem 15. und dem 25. Lebensjahr. Vernachlässigen sie ihre Pflichten, wird das Arbeitslosengeld II sofort in voller Höhe für drei Monate gekürzt. Nur die Wohnung und die Heizkosten werden dann noch bezahlt.
Bei einer wiederholten Pflichtverletzung können sogar die Kosten für die Unterkunft auch komplett gestrichen werden. Eventuell gibt es noch Lebensmittelgutscheine dazu.

  1. Zusätzliche Besonderheiten bei Umzug aus dem Haushalt der Eltern

Auch hier hat der Gesetzgeber strengere Maßstäbe für die unter 25-jährigen gesetzt:

Wenn Sie unverheiratet sind, das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und bei den Eltern oder einem Elternteil ausziehen wollen, dann können Sie Miete und Heizkosten für die neue Unterkunft nur erhalten, wenn Sie sich die Zusicherung Ihres für Sie zuständigen Jobcenters für diese Kosten einholen. Sie erhalten die Zusicherung, wenn schwerwiegende soziale Gründe gegen ein Verbleiben in der elterlichen Wohnung sprechen und dies nachgewiesen werden kann oder der Umzug in die neue Unterkunft zur Eingliederung in den Arbeitsmarkt erforderlich ist oder nachweislich ein ähnlich schwerwiegender Grund vorliegt.

Ziehen Sie ohne die erforderliche Zusicherung um, dann erhalten Sie nur 80 % der Regelleistung für Alleinstehende. Leistungen für Miete und Heizkosten werden dann nicht erbracht. Leistungen für die Erstausstattung der Wohnung werden dann ebenfalls nicht übernommen.

Im Gegenzug sollen die unter 25-jährigen dafür auch besonders intensiv gefördert und unterstützt werden. Eine „sofortige Vermittlung in Arbeit, Ausbildung oder in eine Arbeitsgelegenheit“ ist vorgesehen. Um dies zu gewährleisten, sollen neben einer besonderen Beratung auch besondere Maßnahmen angeboten werden, um Jugendliche für den Arbeitsmarkt fit zu machen.

Bitte nehmen Sie mit Ihrem U25-Fallmanager in Ihrem Regionalen Jobcenter Kontakt auf, wenn Sie weitere Fragen haben oder einen Beratungstermin vereinbaren möchten.

Ergänzende Angebote für unter 25-jährige

Das Jobcenter Landkreis Böblingen hält für Jugendliche und junge Erwachsene unter 25 Jahren neben den allgemeinen Fördermöglichkeiten noch folgende ergänzende Angebote bereit. Es handelt sich um eine allgemeine Beschreibung der Leistungen. Die Entscheidung ob und welche Maßnahme für Sie in Frage kommt, besprechen Sie bitte mit Ihrem U25-Fallmanager, da es gesetzliche Fördervoraussetzungen gibt, die geprüft werden müssen.

  • „Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen“ – BaE
    Im Rahmen einer Berufsausbildung in einer außerbetrieblichen Einrichtung soll lernbeeinträchtigten und sozial benachteiligten Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein Ausbildungsabschluss ermöglicht werden. Hierbei wird der frühestmögliche Übergang in eine betriebliche Ausbildung angestrebt.
  • „Ausbildungsbegleitende Hilfen“ – abH 
    Stütz- und Förderunterricht zur Aufnahme, Fortsetzung sowie den erfolgreichen Abschluss einer erstmaligen betrieblichen Berufsausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf.
  • „Einstiegsqualifizierung für Jugendliche“ – EQ
    EQ ist ein betriebliches Langzeitpraktikum und dient als Brücke in die Berufsausbildung. Das Jobcenter Landkreis Böblingen erstattet auf Antrag dem privaten Arbeitgeber für die EQ-Vergütung bis zu 192 Euro monatlich sowie zusätzlich 99 Euro als pauschalierten Anteil am Gesamtsozialversicherungsbeitrag
  • „Maßnahmen zur Aktivierung“ 
    Diese Maßnahmen werden besonders Personen unter 25 Jahren angeboten. Hierbei werden allgemeine Kenntnisse vermittelt und Inhalte verschiedener Berufsfelder erarbeitet. Auch finden gemeinsame Unternehmungen (Sport, Theaterbesuche etc.) statt.

Nähere Informationen zu Ihren individuellen Fördermöglichkeiten erhalten Sie in dem für Sie zuständigen Regionalen Jobcenter von Ihrem persönlichen U25-Fallmanager.